Viele Mythen und Legenden ragen sich um den mysteriösen Untersberg nahe Salzburg. Besonders bekannt ist dieser Berg für seine sog. „Zeitlöcher“. Immer wieder sind im Laufe der Jahre Wanderer urplötzlich verschwunden und erst Wochen, Monate oder gar Jahre später wieder aufgetaucht. Manche sogar nie wieder…
Angesichts jener Mysterien spürte ich ein starkes inneres Bedürfnis, diesen Berg zu erkunden. Folgende Geschichte spielte sich bei meinem dritten Besuch ab:
Es war bereits Dezember – ein leichter Schneefall prägte den kommenden Winter. So war es definitiv von Bedarf warme und wetterfeste Kleidung auszuwählen, um für eventuelle Turbulenzen gewappnet zu sein. Proviant durfte natürlich auch nicht fehlen. Ich bediene mich gerne einfacher und doch nahrhafter Kost. Für die heutige Reise: Einen halben Laib glutenfreies Körnerbrot mit Waldhonig – alles in bester Bioqualität. Dazu eine Flasche frisches Quellwasser, energetisiert durch ein Abbild der Blume des Lebens im Inneren. Nun konnte die Reise beginnen.
Eine Stunde Fahrt lag vor mir. Mit meinem kleinen Smart düste ich über die deutsche Autobahn, stets umgeben von den wunderschönen Bergketten nahe der österreichischen Grenze. Mein heutiges Ziel war mir bereits bekannt – ein schmaler Pfad, relativ steil aufwärts in Richtung Berggipfel.
Vor nicht allzu langer Zeit entdeckte ich jenen Wanderweg und konnte mir somit bereits einen groben Überblick gewisser Hürden verschaffen. Besonders zum Ende hin ist große Vorsicht geboten, da sich vereinzelt große Berglöcher zeigen, dessen Tiefe unersichtlich erscheint. Eines dieser Löcher sehe ich gerade in meinem geistigen Auge vor mir… und ich muss schon sagen, es ist wirklich unheimlich… Doch zugleich frage ich mich, was wohl dort unten ist? Ein sicherer Abstieg mit Seil und Haken könnte so einige Geheimnisse offenbaren, denn dieser Berg ist bekannt für seine unzähligen Höhlensysteme, von denen bei weitem noch nicht alle entdeckt sind. Dieser Gesteinsriese ist förmlich durchlöchert wie ein Schweizer Käse.
Ich glaube, wer weiß wo zu suchen ist, kann so einige Schätze entdecken – im wahrsten Sinne des Wortes. Doch auch hier ist wieder Vorsicht geboten! Gemäß meinen Erfahrungen und Recherchen treiben dort auch negative Energien ihr Unwesen – und wer weiß, welche Kreaturen in den tiefen jener Höhlen umherwandeln…
Angesichts dieser Geschichten, erachte ich es stets für sinnvoll Schutzgebete zu sprechen. Allgemein ist es sicherlich Weise einen gewissen Schutz aufrechtzuerhalten, um stets sicher unterwegs zu sein.
Nach knapp 100 Kilometern erreichte ich das kleine Waldareal am Fuße des Berges, wo ich meinen Wagen parkte. Ich erinnere mich noch sehr gut – es war kalt geworden. So kalt, dass ich Handschuhe tragen musste und mich wie ein Bär einkleidete, um eine gewisse Körpertemperatur aufrecht-zuerhalten. Alles war nun vorbereitet für den Aufstieg.
Gleich neben mir führte ein Weg durch den Wald, in Richtung Bergpfad. Nicht mal fünf Minuten sind vergangen, da hatte ich bereits eine sonderbare Begegnung: Ein Pony, mitten und völlig allein auf dem Waldweg. Aus der Ferne betrachtete ich es für eine Weile und stellte recht schnell fest, dass es sich einfach nur seelenruhig von den letzten Resten der Wiese bedient, bevor der Schnee es gänzlich verdeckt.
Ich meine mich zu erinnern, dass dort irgendwo ein Bauer sein Grundstück hat, doch hier auf dem Waldweg schien das Pony für mich weit davon entfernt.
Diese Begegnung verwunderte und amüsierte mich zugleich. Möglicherweise diente dieses kleine Erlebnis tatsächlich einem humorvollen Zweck, um mich mit Freuden auf das kommende Abenteuer einzustimmen. In jedem Fall bescherte es mir ein Lächeln auf den Lippen.
Nun ging es vom breiten Waldweg ab, direkt auf den schmalen Pfad in Richtung Berggipfel. Ich war recht zügig unterwegs und erreichte nach schätzungsweise 1,5h den sog. „steilen Pfad“. Achtsamkeit ist ab diesem Punkt geboten, denn ein falscher Schritt und es würde hunderte Meter bergab gehen… Zudem war der Pfad vollkommen verschneit und somit beinahe unersichtlich. Alles was mir an Orientierung blieb, war die Sicht zum Gipfel in der Ferne und die Fußspuren der Gebirgsziegen, wobei auch diese sich an gewissen Punkten teilten. Ich fühlte mich wie Gandalf und die Gefährten aus „Herr der Ringe“, als sie im Schneesturm die steilen Bergketten zur Mine Morias auf völlig verschneiten schmalen Pfaden bestritten. Ihr erinnert euch? Eine wahrlich faszinierende Geschichte, dessen Inhalt auf mich den Eindruck macht, als sei dies tatsächlich passiert, zu einer anderen Zeit auf einer anderen Welt. Doch wer weiß, vielleicht sogar auf unserer Welt.
Langsam schritt ich voran… Jeden Schritt führte ich mit großem Respekt aus… Das Ziel schien nicht weit entfernt und doch machte es den Eindruck, als würde es Ewigkeiten dauern, die letzten hundert Meter zu meistern…
Endlich erreichte ich das kleine Waldstück, kurz vor dem Gipfel. Die Tannen völlig verschneit und auch hier der Weg beinahe unersichtlich. Ich erinnerte mich sogleich an die Berglöcher. So tastete ich mich sehr behutsam voran und führte jeden Schritt doppelt aus, um auch ja abwägen zu können, ob vor mir ein Loch ist.
Nach ein paar Minuten erblickte ich tatsächlich eines dieser Löcher zu meiner linken… und ich sage euch, es war bedrückend… Schnell passierte ich die Stelle und schritt voran, in Richtung Gipfel.
Es dauerte nicht lange und schon kletterte ich den letzten Hang hinauf. Die ganze Strecke über ging ich im Schatten des Berges, doch genau in diesem Moment meiner letzten Schritte zum Ziel, strahlte mir die Sonne mit all ihrer Pracht ins Gesicht und begrüßte mich wahrlich im Glanze ihrer Vollkommenheit.
Ich hatte es geschafft, endlich! Gleich vor mir befand sich ein Holzhaus, unbewohnt. Ich schaute mich ein wenig um und entdeckte eine auffällige Form im Schnee. Es war ein riesiges Herz! Ich betrachtete es ein wenig und dann viel mir auf, dass dort keine einzigen Fußspuren zu sehen waren. Wer hat also dieses riesige Herz dort tief in den Schnee eingraviert, ohne dabei auch nur eine winzige Spur zu hinterlassen? Sehr mysteriös…
Nun denn, ich interpretierte es als ein sehr gutes Zeichen und setzte mich freudig auf eine Holzbank vor dem Haus. Die Sonne erwärmte mein Gemüt und ließ mich friedvoll in ihrer Präsenz verweilen.
Mir kam plötzlich die Idee, eine gewisse Übung auszuführen – genauer gesagt „Energiearbeit“. Meine Intention lag in der Reinigung des Areals, denn neben meinen Recherchen hatte ich das starke Gefühl, dass hier so einige negative Energien am Berg haften. So setzte ich mich aufrecht hin, mit dem Gesicht direkt in die Sonne und bat meine Seelenführer um Hilfe. Ich rief eine ganze Schar an Lichtwesen und reinigte mit ihrer Hilfe zunächst mein Energiefeld. Anschließend führte ich eine Übung aus dem Buch „Enthüllte Geheimnisse“ von Godfrey Ray King aus. Diese Übung ist von Saint Germain gegeben und Godfrey dokumentierte sie auf seine Anweisung im Buch. Ich kann es wärmstens empfehlen – wahrlich ein Meisterwerk!
Die Energie stieg im beachtlichen Tempo an. Beinahe augenblicklich spürte ich das Energiefeld um mich herum. Es erforderte starke Konzentration, Willenskraft und Ausdauer dies aufrechtzuerhalten.
Plötzlich hörte ich zu meiner Rechten etwas Auffälliges. Es waren Schritte – doch keine menschlichen Schritte, sondern Hufen – und sie liefen direkt auf mich zu!
Zunächst vermutete ich eine Bergziege, konnte es aber nicht sehen, da die Schritte von der anderen Ecke des Hauses kamen. Ruhig und zugleich scharfsinnig stellte ich mich hin und wartete. Ich wollte das Wesen nicht erschrecken. Es kam immer näher, alles passierte ganz schnell und dann entschied ich mich doch einen Schritt um die Ecke zu machen, um zu schauen, was mich dort erwartet.
In einem Moment verblassten die Schritte… sie lösten sich quasi in Luft aus. Keine Bergziege oder sonst irgendein Wesen war zu erkennen – es war einfach nichts dort! Intuitiv dachte oder sagte ich gar laut: „Du hast keine Chance gegen meinen Schutz!“ Es kam einfach aus mir heraus, aus welchem Grund auch immer…
Verwundert und verwirrt dachte ich über das Geschehnis nach. Ich lief ums Haus, um zu schauen, ob dort vielleicht doch irgendwo „Etwas“ ist, doch vergeblich. Für einen Moment vermutete ich, es könnte vielleicht der Schnee vom Dach gewesen sein, der langsam runterrollte. Doch auch diese Theorie warf ich schnell über Board.
So saß ich dort noch eine Weile in Gedanken und entschied mich irgendwann den Heimweg anzutreten – schließlich erwartete ich zum Abend hin Besuch von jemandem, der eine weite Reise unternommen hat: Rick – Jemand, der seine Auffassung vom Aufstiegsprozess der Erde auf der ganzen Welt verbreitet und durch alle Länder reist, um seine Botschaften zu verkünden. Heute ist er auf dem Weg nach Deutschland und wie die Synchronisität es wollte, fand er seinen Weg in mein Heim. Ich bot ihm an bei mir zu rasten. Außerdem ist es stets ein Erlebnis mit ihm zu sprechen. Er kam nun schon das zweite Mal zu mir.
Ich aß noch schnell einen Teil von meinem glutenfreien Körnerbrot mit Waldhonig und begann sogleich den Abstieg. Dieser war deutlich leichter als der Aufstieg, da meine alten Fußspuren mir nun den Weg weisen konnten.
Nach schätzungsweise 20 Minuten begegnete ich auf dem verschneiten Hang einem Wanderer. Sein äußeres Erscheinungsbild war sehr auffallend. Er wirkte zwar wie ein alter Mann, doch zugleich auch sehr jung – schwer zu beschreiben. Es sah beinahe so aus, als ob sich jemand anderes hinter seinem Gesicht versteckte. Aus irgendeinem Grund musste ich an Merlin den Magier denken.
Ich begrüßte ihn und er fragte mich leicht lächelnd: „Hast du noch etwas von der Sonne übriggelassen?“ Ehrlich gesagt habe ich nun mehrere Minuten verbracht, mich an den genauen Wortlaut von ihm zu erinnern, doch es fällt mir schwer – ich vermute stark, es ist tatsächlich so gewesen, wie oben aufgeführt, doch es ging definitiv um die Sonne und ob „noch etwas übrig ist“. Das Ganze wirkte auf mich schon sehr mysteriös, als ob er Bescheid wusste, was ich dort oben gemacht habe. Schließlich saß ich dort förmlich in der Sonne, habe mich mit ihrer Energie verbunden und ein fühlend starkes Energiefeld um mich aufgebaut. Wer weiß, wer dieser Wanderer in Wirklichkeit war…
Nach dieser kurzen Begegnung ging ich weiter meines Weges, zurück zum Auto und fuhr schließlich Heim. Am Abend traf Rick ein und ich erzählte ihm mein Erlebnis. Sogleich sagte er:
„Ah, deswegen sehe ich hier Fragmente von „Etwas“ in deinem Apartment! Fragmente von einem… ich vermute ein Gargoyle. Er ist nicht mehr in der Existenz, kann keinen Schaden anrichten, doch du hast seine Fragmente noch an dir haften. Es ist keine Gefahr, sie werden verschwinden.“
Seine Aussage verblüffte mich. Nun sei angemerkt, dass ich mit Gargoylen keine positiven Wesen verbinde. Es wird ihnen zwar auf manchen Internetseiten nachgesagt, sie seien Wächter des Heims, doch mein Gefühl sagt mir, ihre Absicht und ihre Erscheinung ist alles andere als von positiver Natur. Wächter mag der Richtigkeit entsprechen, doch was bewachen sie? In meinem Fall machte es den Anschein, als hätte der Gargoyle eine Art Portal dort oben auf dem Berg bewacht – und ich vermute es war kein positives Portal. Durch meine Energiearbeit habe ich wohl deren Energiefeld gestört oder gar durchbrochen. So lief der Gargoyle augenblicklich auf mich zu und wollte mich eventuell stoppen. Doch als er zu nahe an mein Energiefeld kam, wurde er im Licht aufgezehrt – Dies ist meine Theorie. Außerdem habe ich mehrfach den Gedanken gehabt, dass dort im „Unsichtbaren“ einige Lichtwesen um mich versammelt waren. Der Gargoyle konnte Sie auch nicht sehen, da ihre Vibration einfach zu hoch ist. Als der Gargoyle dann zu nahekam, ist er in ihrer Präsenz im Lichte erloschen. Irgendwie erscheint mir beides recht stimmig – eine Mischung beider Theorien. In jedem Fall war es ein hochinteressantes Erlebnis, dass ich wahrscheinlich nicht mehr vergessen werde!
